DEVIL MAY CARE

“Echoes”
CD, digital
15.03.2019

UNCLE M SHOP
SPOTIFY
AMAZON
APPLE MUSIC
DEEZER
BANDCAMP

Wohin bloß mit all der Energie, all den Gefühlen, die zurückbleiben, wenn ein wichtiger Mensch für immer geht? Devil May Care haben ein Ventil gefunden: Ihr zweites Album „Echoes“. Die Würzburger verarbeiten darauf den Tod eines Familienmitglieds und stellen die Frage danach, welche Spuren wir alle auf der Welt und im Leben unserer engsten Vertrauten hinterlassen. Herausgekommen sind zwölf Post-Hardcore Songs, deren Sound spiegelt, wie nahe sich Schmerz, Wut, Hoffnung und Liebe sein können, wenn man trauert.

Seit 2012 machen Tim Heberlein (Gesang, Gitarre), Lukas Esslinger (Gitarre), Moritz Hillenbrand (Bass) und Joachim Lindner (Schlagzeug) gemeinsam Musik. Elemente aus dem klassischen Hardcore treffen auf melodische Gitarren, Tim Heberleins klarer Gesang auf lautes Geschrei – Emotionen in Musik zu verpacken gehört zu den großen Talenten von Devil May Care. Zahlreiche Shows – unter anderem als Vorband von Stick To Your Guns – haben sie in ihrer sechsjährigen Geschichte als Band immer enger zusammenwachsen lassen und dafür gesorgt, dass sie sich eine treue Fanbase erspielen konnten.

Das Vertrauen zur Band, aber auch zum Publikum hat sicherlich dazu beigetragen, dass Tim Heberlein sich öffnen konnte. In den Texten für „Echoes“ beschäftigt er sich mit dem Tod seines Vaters.
Er war es, der Tim zur Musik brachte, wie er sagt, so ist es nur logisch, der Trauer auf diesem Weg zu begegnen: „Wenn ich zurück denke, erinnere ich mich vor allem daran, wie er jeden Tag im Wohnzimmer saß und alte Schallplatten seiner Lieblingsbands aufgelegt hat. Er war Bassist in einigen Coverbands. Alles in seinem Leben drehte sich um die Musik. Um Rock. Und so habe ich schon von Kindesalter an all die Bands und Instrumente und die Liebe zur Musik mitbekommen.“ Tim war dabei, als sein Vater starb. Er war damals 18 Jahre alt.

Auf „Echoes“ zeigen Devil May Care, wie groß ihre musikalische Bandbreite ist. „Dead Ember“, der erste Song auf dem Album, ist aggressiv und wütend Song, geprägt von Scream-Parts, druckvollen Gitarren und einem Schlagzeug, dass so klingt, als versuche es, einen zum Teufel zu jagen. Diese Wut kommt auch bei Songs wie „Odyssey“ wieder zum tragen: „Der Song orientiert sich am gleichnamigen Epos von Homer. Man hört die Fragen und Erlebnisse eines Mannes der nach Bedeutung in seinem Leben sucht. Er strebt nach ‚Unsterblichkeit’, nach etwas, dass dafür sorgt, dass man sich an ihn erinnert“, so Heberlein“, „Am Ende seines Lebens wird ihm klar, dass er die ‚Unsterblichkeit’ immer vor seinem Auge hatte: Er lebt weiter in seinen Geliebten und Kindern.“

Auf dem Titelstück „Echoes“ hingegen nimmt die Band genau die entgegengesetzte Perspektive ein. Auf dem Herzstück des Albums nimmt ein Sohn Abschied von seinem Vater. Traurig über den Verlust, ist er aber auch glücklich über die gemeinsamen Erinnerungen. Auch musikalisch ist dieser Song das genaue Gegenteil: Nur Heberlein und die Gitarre – ein Stück, das auch akustisch fantastisch funktionieren wird und zeigt, dass Heberlein nicht nur wie ein Beserker schreien, sondern auch sehr gefühlvoll singen kann.
Das Thema des Abschieds soll aber nicht nur negative Gefühle wecken. Tim erklärt, dass er mit einem Song wie „Ghosts“ mit dem Schmerz abschließen möchte: „Man kann mit positivem Gefühl zurücksehen und mit reinem Herzen in die Zukunft blicken. Hoffnung gibt es immer und überall, wir müssen sie nur erkennen und uns darauf einlassen.

Zwischen Screamo und Emo, zwischen klassischem Rock und Hardcore haben Devil May Care ihren ganz eigenen, kraftvollen Sound gefunden, der Freunde von Bands wie Thrice bis Senses Fail tief ins Herz treffen wird.